DE

 

Meine Arbeit macht sichtbar, was schon immer Teil von Reproduktionssystemen war, jedoch selten als eigenständiger Bedeutungsträger wahrgenommen wurde. Ich untersuche den Siebdruck als ein solches System: eine mechanische Technik, die darauf ausgelegt ist, Kopien herzustellen.

 

Ich untersuche zwei miteinander verbundene Aspekte dieser Technik: das Sieb als Werkzeug und den Druckvorgang als Prozess. Dementsprechend besteht meine experimentelle Praxis aus zwei unterschiedlichen, aber miteinander verbundenen Strängen. Der erste konzentriert sich auf das Sieb und dessen Materialität. Diese Arbeiten sind indexikalische Spuren der Siebmechanik: der Kontakt zwischen verschiedenen Maschenweiten, Druckfarben und Oberflächen, ohne dass ein Bild reproduziert wird. Auf diese Weise wird das Sieb zum eigenen Gegenstand.

 

Der zweite Schwerpunkt liegt auf dem Druck als zeitbasiertem Prozess. Ich beginne mit einem einfachen Stück Klebeband auf einem Sieb und beobachte, wie die Bewegung des Rakels es verändert. Jeder nachfolgende Druck wird zu einer einmaligen Aufzeichnung eines bestimmten Moments der Verwandlung.

 

Zwar bleibt der Siebdruck mein Hauptforschungsgebiet, doch dieselbe Frage prägt auch meine Auseinandersetzung mit Archiven, historischen Denkmälern, Filmen und anderen Formen der Vermittlung, durch die kulturelle Bedeutung reproduziert wird. Anstatt Freiheit außerhalb solcher Systeme zu suchen, interessiert mich vielmehr, Möglichkeiten sichtbar zu machen, die bereits in ihnen vorhanden sind, jedoch weitgehend unbemerkt bleiben.

 

Der Siebdruck wurde ursprünglich zur Herstellung von Kopien entwickelt. Ich suche das Unerwartete im Mechanischen und die Poesie im Wiederholbaren.

 

 

 

 

 

EN

 

My practice makes visible what has always been part of systems of reproduction, yet has rarely been recognised as carrying meaning itself. I investigate screen printing as one such system: a mechanical technique designed to produce copies.

 

I examine two interconnected aspects of the technique: the screen as a tool and printing as a process. Accordingly, my experimental practice consists of two distinct yet related strands. The first focuses on the screen and its materiality. These works are indexical traces of screen mechanics: the contact between different meshes. inks and surfaces, without any image to reproduce. In this way, the screen becomes its own subject.

 

The second strand is centred on printing as a time-based process. I begin with a simple piece of masking tape on a screen, observing how movement of a squeegee transforms it. Each subsequent print becomes an unrepeatable record of a specific moment of transformation.

 

While screen printing remains my primary field of investigation, the same question also informs my engagement with archives, historical monuments, films and other forms of mediation through which cultural meaning is reproduced. Rather than seeking freedom outside such systems, I am interested in making visible possibilities that already exist within them, yet remain largely unnoticed.

 

 

Screen printing was historically developed to produce copies. I seek the unforeseen within the mechanical and poetry within the repeatable.